Steuern & Abgaben

Familien bleibt mehr vom Brutto als Singles

Familien zahlen im OECD-Vergleich deutlich weniger Steuern und Sozialabgaben als Alleinstehende – auch wenn beide Partner arbeiten. In Belgien etwa liegt die Belastung für Singles bei 39,5 Prozent, für Doppelverdiener-Ehepaare mit zwei Kindern dagegen bei 30,0 Prozent. In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild mit 38,7 Prozent gegenüber 30,6 Prozent. Die Infografik auf Basis von OECD-Daten (PDF-Download) verdeutlicht damit eine systematische Entlastung von Familien.

Im internationalen Vergleich bleibt die Abgabenquote für Alleinstehende und Familien in Deutschland besonders hoch. Neben Belgien und Deutschland zählen auch Dänemark mit 35,3 Prozent zu den Ländern mit hoher Belastung. Zwar profitieren hier Doppelverdiener-Familien ebenfalls, doch fällt die Differenz meist geringer aus als bei klassischen Einverdiener-Haushalten. Besonders groß ist der Abstand in Italien mit 12,7 Prozentpunkten, während er in Japan mit 3,3 Prozentpunkten vergleichsweise niedrig bleibt.

Hinter diesen Unterschieden stehen steuerpolitische Instrumente wie Kinderfreibeträge, Familienleistungen und gemeinsame Veranlagung. Sie entlasten Haushalte mit Kindern gezielt, unabhängig davon, ob ein oder zwei Einkommen erzielt werden. Allerdings fällt der Effekt bei Doppelverdienern deutlich moderater aus als bei Einverdiener-Modellen. Das könnte darauf hindeuten, dass viele Systeme weiterhin stärker auf traditionelle Haushaltsstrukturen ausgerichtet sind und unterschiedliche Erwerbsmodelle steuerlich ungleich behandeln.

In Deutschland ist diese ungleiche Entlastung auch politisch umstritten. Die SPD will das Ehegattensplitting abschaffen, das vor allem Haushalte mit stark unterschiedlichen Einkommen begünstigt. Wie Daten des IW Köln zeigen, liegt der Splittingvorteil bei 100.000 / 0 derzeit bei 9.768 Euro, während Doppelverdiener mit 50.000 / 25.000 nur auf 540 Euro kommen. Eine Reform würde insbesondere klassische Einverdiener-Ehen stärker belasten und könnte die steuerlichen Anreize zugunsten einer gleichmäßigeren Erwerbsverteilung verschieben.

Beschreibung

Die Grafik zeigt den Anteil des Bruttolohns in OECD-Ländern, der als Steuern und Sozialabgaben abgeführt wird.

Infografik downloaden
Premium-Statistiken
Europäische Union: Ländervergleich der kaufkraftbereinigten Nettojahresverdienste von Doppelverdienern ¹ mit zwei Kindern in den Mitgliedstaaten der EU in Relation zu Steuern und Sozialabgaben im Jahr 2025
Premium-Statistiken
Europäische Union: Durchschnittliche Nettojahresverdienste von Singles im Vergleich zu Familien (Alleinverdiener:in) in den Mitgliedstaaten der EU im Jahr 2025
Premium-Statistiken
Europäische Union: Relativer Verdienstabstand beim Nettojahresverdienst von Singles im Vergleich zu Familien (Alleinverdiener:in) in den Mitgliedstaaten der EU im Jahr 2025
Premium-Statistiken
Europäische Union: Ländervergleich der Nettojahresverdienste von Alleinstehenden (Singles) mit zwei Kindern in Teilzeit ¹ in den Mitgliedstaaten der EU in Relation zu Steuern und Sozialabgaben im Jahr 2024
Premium-Statistiken
Europäische Union: Ländervergleich der kaufkraftbereinigten Nettojahresverdienste von Doppelverdienern ¹ ohne Kinder (DINKS) in den Mitgliedstaaten der EU in Relation zu Steuern und Sozialabgaben im Jahr 2025
Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Gesamtarbeitskosten für Durchschnittsverdiener in den OECD-Ländern im Jahr 2022 nach Familienstand

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach.
Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.

Statista Content & Design

Sie benötigen maßgefertigte Infografiken, animierte Videos, Präsentationen, Data Research oder Social Media Charts?

Mehr erfahren