Im dritten Quartal des Jahres 2023 wiesen die bedeutenden und somit unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) fallenden Banken (significant institutions – SIs) Estlands eine harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) von etwa 23,01 Prozent auf. Dies war der höchste Wert im Vergleich aller Euroländer. Die CET1-Quote der bedeutenden Banken in Deutschland betrug zum Zeitpunkt der Erhebung ca. 16,38 Prozent.
Als Teil der europäischen Bankenunion, die als eine der wichtigsten europäischen Reformen seit der Einführung des Euros gilt, wurde im November 2014 ein einheitlicher Bankenaufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism - SSM) eingeführt. Die EZB wurde dadurch zur zentralen Bankenaufsichtsbehörde im Euroraum. Seitdem übernimmt sie die direkte Aufsicht über diejenigen Banken und Bankengruppen, die als „signifikant“ eingestuft werden. Diese machen circa 85 Prozent der Bilanzsumme aller Institute im Euroraum aus.
Die Bedeutung der Institute wird anhand verschiedener Kriterien beurteilt: Sie beinhalten u. a. die Größe gemessen an der Bilanzsumme (über 30 Milliarden Euro), das Verhältnis der Bilanzsumme im Vergleich zur Wirtschaftsleistung eines Landes oder auch die Frage, ob das Institut in der Vergangenheit Finanzhilfen durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) beantragt oder erhalten hat.