Seit Anfang des Jahres 2025 wurden insgesamt Lieferengpässe von Arzneimitteln in Deutschland gemeldet, deren Wirkstoffe durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als versorgungskritisch eingestuft wurden (Stand: 30. Juni 2025). Als versorgungskritisch gelten gemäß § 52b Absatz 3c des Arzneimittelgesetz (AMG) Arzneimittelwirkstoffe, wenn sie mindestens eins der in dem Gesetz aufgeführten Kriterien erfüllen. Ein Wirkstoff kann demnach beispielsweise als versorgungskritisch eingestuft werden, wenn er vorher bereits als versorgungsrelevant eingestuft wurde und nur drei oder weniger Versorger für die entsprechenden Arzneimittel vorhanden sind.
Sondereffekte können zu Steigerungen in den Lieferengpassmeldungen führen, aus denen jedoch keine statistischen Aussagen abgeleitet werden können. Zudem geht das BfArM davon aus, dass sich das Meldeverhalten über die Zeit verbessert hat.
Was ist ein Lieferengpass?
Bei einem Lieferengpass kann ein Arzneimittel für mindestens zwei Wochen nicht im üblichen Umfang geliefert werden oder es gibt eine höhere nicht kompensierbare Nachfrage nach dem Medikament. Ein gemeldeter Lieferengpass kann durch das BfArM als ein Versorgungsmangel eingestuft werden, wenn es sich um ein versorgungsrelevantes Arzneimittel handelt und keine Alternativpräparate auf dem Markt zur Verfügung stehen. Beispielsweise dürfen durch die Bekanntmachung zuständige Landesbehörden gestatten, dass in Deutschland nicht zugelassene Import-Arzneimittel alternativ verkauft werden.