Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland
Unternehmen sind wirtschaftlich orientierte Organisationseinheiten mit dem Ziel der Gewinnerwirtschaftung. Nach der EU-Unternehmensdefinition entspricht ein Unternehmen der kleinsten Kombination rechtlicher Einheiten, die eine organisatorische Einheit zur Erzeugung von Waren und Dienstleistungen bildet. Der weit überwiegende Teil aller Unternehmen in Deutschland gehört zu den „kleinen und mittleren Unternehmen“ (KMU). Das Statistische Bundesamt grenzt sie anhand von Beschäftigtenzahl und Jahresumsatz ab: Kleinstunternehmen (bis 9 Beschäftigte, bis 2 Mio. Euro Umsatz), kleine Unternehmen (bis 49 Beschäftigte, bis 10 Mio. Euro Umsatz) und mittlere Unternehmen (bis 249 Beschäftigte, bis 50 Mio. Euro Umsatz); alles darüber zählt als Großunternehmen. KMU prägen die Wirtschaft strukturell, stehen zugleich aber vor spezifischen Herausforderungen bei Personal, Finanzierung und wirtschaftlicher Stabilität.
Struktur des Mittelstands: Anzahl, Beschäftigte und Umsatz
Die Unternehmenslandschaft in Deutschland ist von der großen Zahl an KMU geprägt: Im Jahr 2024 gab es rund 3,21 Millionen kleine und mittlere Unternehmen, damit machten die KMU über 99 Prozent aller Unternehmen aus, vor allem im Handel sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Bei der Beschäftigung zeigt sich ein anderes Bild: 2024 waren rund 53,7 Prozent aller Beschäftigten in KMU tätig, besonders hoch war dieser Anteil im Baugewerbe mit fast 85 Prozent. Beim Umsatz kehrt sich das Verhältnis um: Rund 72,8 Prozent des gesamten Umsatzes in Deutschland wurden 2024 von Großunternehmen erwirtschaftet, obwohl diese nur 0,7 Prozent aller Unternehmen ausmachen. Die KMU kamen zusammen auf rund 2,66 Billionen Euro Umsatz, der Handel war dabei mit rund 400,6 Milliarden Euro die stärkste Branche.
Fachkräftemangel und Finanzierung als zentrale Herausforderungen
Beim Fachkräftemangel konnten 2025 rund 47 Prozent der Unternehmen mit 200 bis 999 Beschäftigten offene Stellen längerfristig nicht besetzen; nach einer KfW-Befragung erwarteten rund 31 Prozent der mittelständischen Unternehmen deshalb mittel- bis langfristig eine Existenzbedrohung. Bei der Finanzierung dominieren weiterhin Eigenmittel mit einem Anteil von rund 51 Prozent an den Investitionen, gefolgt von Bankkrediten (32 Prozent) und Fördermitteln (13 Prozent); die durchschnittliche Eigenkapitalquote lag 2024 bei 30,7 Prozent.
Insolvenzen im Mittelstand
Wie stabil der Mittelstand wirtschaftlich aufgestellt ist, zeigt sich auch an der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, die zuletzt wieder zugenommen haben. Kleinere Betriebe sind dabei zahlenmäßig am stärksten betroffen, größere Insolvenzfälle gefährden jedoch überproportional viele Arbeitsplätze.
Abgrenzung KMU und Mittelstand
KMU und mittelständische Unternehmen werden häufig synonym verwendet, die Begriffe sind aber nicht deckungsgleich. Für den Begriff Mittelstand gibt es keine amtliche Definition. Nach dem IfM Bonn zeigt sich Mittelstand durch die Einheit von Eigentum und Leitung, die Unternehmensgröße spielt dabei keine Rolle. Andere Definitionen, etwa der KfW-Bankengruppe, setzen dagegen eine Umsatzgrenze von 500 Millionen Euro an.
Im Report zu den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind weiterführende Statistiken zu Struktur, Fachkräftesituation, Finanzierung und Insolvenzen der KMU zusammengestellt.









































